Tao道-博客黑洞

December 31st, 2005

Joachim Blank

Posted by kunstao in 我不说话

Prof. Joachim Blank
Professor für Medienkunst
Prorektor für Hochschulentwicklung

Joachim Blank

Joachim Blank Biografie


geb. 1963 in Aachen
lebt und arbeitet in Leipzig und Berlin

1985 - 1986 Ausbildung zum Fotografen, Lette Schule Berlin

1988 - 1995 Studium der Theater- u. Filmwissenschaft, Informatik und Informationswissenschaft

1996 M.A. für Informationswissenschaft
lehrt seit 1996 Medienkunst an der HGB

seit 2003 Professor für Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Über
Seit 1996 Zusammenarbeit mit Karl Heinz Jeron als “Blank & Jeron”:


Blank
& Jeron: Schon seit 1993 jedoch realisierten die beiden
zusammen mit verschiedenen anderen Kollaborateuren eine Reihe von
partizipatorischen Internetprojekten. Seither erweitert das Duo seinen
Bezugs- und Wirkungsrahmen – mit Arbeiten, die Netz, Information,
virtuelle Raumbegriffe und medialen Transfer zwar thematisieren, aber
nun ebenfalls in den physischen Raum eingreifen. Dabei rekonstruieren
sie Benutzeroberflächen als installative Hängungen, informierte Objekte
oder performative Skulpturen, die als Settings und Situationen zwischen
Raumtableaux und Event pendeln. Blank & Jeron entwickeln reflexive
künstlerische Strategien zu Fragestellungen von Informationsrecycling,
Content, Vertrieb, Interaktion und Mitsprache. Sie benutzen dabei
unterschiedliche Methoden, Techniken und Medien, die die komplexen
Mechanismen einer ästhetisierten Wissensgesellschaft darstellen können.

Derzeit liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf der Analyse der
zunehmenden Mediatisierung und Ökonomisierung der Kunst in der
post-industriellen Gesellschaft.

Statement
In der Praxis geht es um eine prozessuale, intermediale, auf
Kommunikation und Aufmerksamkeit angelegte Arbeitsweise im
Kunstkontext, medialen Kontexten und hybriden Bereichen.

Ausgehend von der zeitgenössischen Kunst soll dabei die gezielte
Bespielung von Grenzbereichen zu Design, Popmusik, Architektur, Wissen
und natürlich Medien eine wichtige Rolle spielen.

Die Wahl der Medien und Techniken für die künstlerische Arbeit selbst
ist frei, wobei der Durchdringungsprozess und die Auswirkung von
digitalen Medien in alle Lebensbereiche als Ausgangspunkt vorausgesetzt
wird.

Schwerpunkt dabei ist die Förderung einer individuellen Positionierung
zu unserer urbanen Wissens- und Mediengesellschaft im Allgemeinen sowie
eine Sensibilisierung für spezifische Kontexte und
Kunstpräsentationsplattformen wie Galerien, Netzwerke, Festivals.

Ausgehend von den historischen Anfängen der Medienkunst mit Begriffen
wie Aktion, Interaktion, Partizipation und Vermittlung werden in der
Klasse hybride, experimentelle und interdiziplinäre Formen gefördert.

Der Aspekt der Vermittlung (Entwicklung von “displays”) und
Positionierung der eigenen Arbeiten wird als Teil der künstlerischen
Herausforderung gesehen. Medien sind Transmitter oder
Vermittlungsinstanzen.

Die gezielte Erarbeitung eines Arbeitsrhythmus unter Berücksichtigung
der individuellen Voraussetzungen in Kombination mit einer spezifischen
Auswahl von Medien und Techniken ist grundlegend zur Erlangung einer
künstlerischen Position, um letztlich selbst zu einer Art „Transmitter“
zu werden.

Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Entwicklung von Kriterien bei
der Aneignung und Umbewertung von Werkzeugen und Technologien im
Zusammenspiel mit den eigenen Fähigkeiten. Samplen, Mixen, Relaunchen,
Zitieren sind zeitgemäße Praktiken, deren bewusster Einsatz gefördert
wird. In diesem Sinne ist es auch das Ziel, eine Kompetenz zu
erreichen, die über das Anwendungsfeld Kunst hinaus anwendbar sein kann.
Es geht mir vor allem um die Förderung von Positionen an scheinbar gegenläufigen Polen:
Stichworte hierbei sind:
- Kombination von unterschiedlichen medialen, praktischen und
handwerklichen Fähigkeiten mit intellektuellen, wissensbasierten und
theoretischen Ansätzen
- Kombination von spontanen, intuitiven mit konzeptuell analytisch geprägten Arbeitsmethoden
- Auflösungsversuche der Diskrepanz der “erhabenen” Kunst (Bilder) und prozesshafter, situativer Kunst (Aktion, Bildschirm)
- Funktion und Dysfunktion
- Virtualisierung und physische Präsenz: Erzeugung von virtuellen
Welten versus Arbeit im physischen Raum (Hybride Installationen)
- Herstellung von Objekten, Skulpturen als Momentaufnahmen von künstlerischen Kommunikationsprozessen (”Informationsobjekte”)
- Schönheit und Information
- Zufall und Informationsgesellschaft

Reflektion/Diskurs
Allgemeiner inhaltlicher Kontext sind die kulturellen, politischen und
sozialen Diskurse der Wissensgesellschaft. Es gilt vor allem, eine
Hinterfragung der Wissensvermittlungsmechanismen zu entwickeln und in
der eigenen künstlerischen Entwicklung eine aufmerksame und kritische
Haltung zu erreichen.

Besondere Berücksichtigung gilt konzeptuell angelegten Kunstströmungen,
Konzeptkunst, Kontextkunst und historischen und aktuellen Strömungen in
der Medienkunst.
- Kunst als Kommunikation
- Kunst und Ökonomie
- Mediale Praktiken und neue Technologien

Durchführung der praktischen Lehre
Die Lehre unterteilt sich in die Förderung der individuellen
Selbstpositionierung durch Einzelbetreuung sowie in die Klassenarbeit:

- Einzelbetreuung
Mit jeder StudentIn wird zu Beginn eine Art individueller Lehr(plan)
festgelegt, indem entsprechend der persönlichen Voraussetzungen, der
Versuch einer Studiumsstrukturierung unternommen wird. Dabei soll eine
Art individuelle Zielstellung für den Abschluss des Studiums formuliert
und gemeinsam semesterweise evaluiert werden.

- Klassenarbeit
Regelmäßige Aktivitäten wie Klassentreffen, Ausstellungen und Projekte
im Klassenkontext sollen die Stärkung der individuellen Entwicklung im
Kontext der Gemeinschaft stärken, sowie die Vorzüge und Probleme der
Arbeit im Gruppenkontext aufzeigen. Die Kontinuität der Klassenarbeit
orientiert sich im Wesentlichen an folgenden Merkmalen:
- Werkpräsentationen von StudentInnen mit Diskussion
- Darüberhinaus finden regelmässig Präsentationen wesentlicher Künstlerpositionen sowie über projektspezifische Themen statt.
- Einladung von KünstlerInnen, KuratorInnen, AutorInnen und KritikerInnen
- Exkursionen zu Ausstellungen, Festivals und Kunstmessen
- Bei „Show +Tell“ präsentieren StudentInnen etwas, dass sie gerade
beschäftigt: ein interessanter Kinofilm, eine Lesung des zuletzt
gelesenen Romans oder irgendetwas, was nicht im engsten Sinn mit Kunst
zu tun haben muss, aber im Klassenkontext von Interesse sein kann. Bei
„Show+Tell” geht es auch um Formen von Präsentationen und
Wissensvermittlung im weitesten Sinn.

Insgesamt lege ich viel Wert auf die Herstellung von unkonventionellen,
kreativ anregenden Situationen, die Lust und Produktivität und
letztendlich auch die Qualität der Resultate erhöhen.

Date: Tue, 22 Apr 1997
From: Joachim Blank
What is netart ;-)?

Joachim Blank

The text below is a contribution to an exhibition and congress called ” (History of) Mailart in Eastern Europe” at the Staatliches Museum Schwerin (Germany) 1996 [excerpted]

The “Internet myth” is the result of a massive self-referentiality of our media landscape. Unlimited communication in a yet unknown conglomerate made of machines, cables and people. The exclusive networld of cyberpunks, scientists and artists has been superseded by the thirst for information of the industrialized mass consumption. Nevertheless, the cultural “stylistic howlers” of communication in data networks continue to exist not only in the underground.

Artistic projects, strategy projects, discussion forums and autonomous network structures within the vast Internet, but remote from the glossy, dust-free surfaces, show interesting beginnings for an alternative use of this medium.

Netart vs. Art on the Net

The art market has discovered the net for the distribution of art. It uses the net to promote art just like ordinary companies. Gallerists, museums and other art brokers provide information about their artists, exhibitions and events. For them, the net is nothing more than a big telephone book in which they too want to (have to) be represented.

However, netart differs from art on the net. Art on the net is mostly nothing more than the documentation of art which is not created on the net, but rather outside it and, in terms of content, does not establish any relationship to the net. Netart functions only on the net and picks out the net or the “netmyth” as a theme. It often deals with structural concepts: A group or an individual designs a system that can be expanded by other people. Along with that is the idea that the collaboration of a number of people will become the condition for the development of an overall system. netart projects without the participation of external persons are perhaps interesting concepts, but they do not manifest themselves as a collective creativity in the net (Dieter Daniels, http://www.hgb-lepzig.de/theorie/mailart.htm). The idea is fundamental, but dubious without media-specific translation and without participation of other people. For all netart projects there is a retraceable starting point, an author, so to speak. Nevertheless, what develops from one idea of one single artist with the collaboration of many others, is incalculable. Like the incentive of gambling, here too the openness, the curiosity about an imaginary end, the exciting challenge of taking part in such projects. And that with a medium like Internet, which makes a direct form of intervention possible at the same time on different levels of communication (text, sound, picture, motion picture, real time).

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